Permakultur

Permakultur und Gemeinschaftsgärten

Das Interesse an der Erzeugung von eigenen Lebensmitteln, die ohne Pestizide und Kunstdünger angebaut werden, ist groß und nimmt weiterhin zu. Da nicht alle Hobbygärtner*innen selbst einen ausreichend großen Garten oder Balkon besitzt, um sich selbst zu versorgen, sind Gemeinschaftsgärten eine Alternative. Hier ist mit wenig Geld sowie in Gesellschaft mit Gleichgesinnten eine hochwertige, biologische Ganzjahresversorgung an Gemüse, Salaten, Kräutern, Obst und Gewürzen realisierbar. Werden hierbei die Prinzipien der Permakultur angewendet, so kann mit einem vertretbarem Aufwand gerechnet werden.

Permakultur ist ein Konzept, daß auf die Schaffung von dauerhaft funktionierenden, nachhaltigen und naturnahen Kreisläufen abzielt. Ursprünglich für die Landwirtschaft entwickelt, ist sie inzwischen ein Denkprinzip, das u.a. auch Bereiche wie Energieversorgung, Landschaftsplanung und die Gestaltung sozialer Infrastrukturen umfasst.
Grundprinzip ist ein sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltiges und zukunftfähiges Wirtschaften mit allen regional vorhandenen Ressourcen.
Permakulturell gestaltete Lebensräume werden als Systeme aufgefasst, in denen das Zusammenleben von Menschen, Tieren und Pflanzen so miteinander kombiniert wird, dass diese Systeme zeitlich unbegrenzt funktionieren und die Bedürfnisse aller Elemente so weit wie möglich erfüllt werden. Bei der Gestaltung solcher Systeme werden auch integrative Denkansätze und Erkenntnisse aus Systemtheorie, Biokybernetik und Tiefenökologie angewandt. Dabei richtet sich die Aufmerksamkeit nicht nur auf die einzelnen Bestandteile, sondern insbesondere auch auf die förderlichen Beziehungen untereinander und ihre optimale Nutzung für den Aufbau produktiver Systeme.
Ziel einer permakulturellen Planung (Design) ist es, ein sich selbst regulierendes System zu schaffen, welches durch Erhaltung und schrittweise Optimierung der natürlichen Strukturen nur noch minimaler Eingriffe bedarf, um dauerhaft in einem dynamischen Gleichgewicht zu bleiben. Dabei stehen sich die Befriedigung kurzfristiger Grundbedürfnisse der beteiligten Menschen und die nachfolgender Generationen gleichwertig gegenüber. Das System soll stets produktiv und anpassbar an sich ändernden Anforderungen bleiben. Vorbild sind dabei meist gut beobachtbare Selbstregulations­prozesse in Ökosystemen wie sie noch in naturnahen Wäldern, manchen Seen und ursprünglichen Ozeanen vorhanden sind.

„Permakultur ist das bewusste Design sowie die Unterhaltung von landwirtschaftlich produktiven Ökosystemen, die die Diversität, Stabilität und Widerstandsfähigkeit von natürlichen Ökosystemen besitzen. Die Philosophie hinter Permakultur ist eine Philosophie, die mit und nicht gegen die Natur arbeitet, eine Philosophie der fortlaufenden und überlegten Observation und nicht der fortlaufenden und gedankenlosen Aktion; sie betrachtet Systeme in all ihren Funktionen, anstatt nur eine Art von Ertrag von ihnen zu verlangen, und sie erlaubt Systemen, ihre eigenen Evolutionen zu demonstrieren.“
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rsprüngliche Definition der Permakultur nach Bill Mollison

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